„Mein Ziel war, von der Reha weg und auch hier bei HOME4MOTION, dass ich wieder gehen und laufen kann. Ich bin eigentlich ein sportlicher Typ – ich habe Golf gespielt und bin Rad gefahren – aber dazu brauch ich meine Beine“, erzählt Klaus.
Fokus der Intensivtherapie
Die Schwäche seines linken Beines und seiner Bauchmuskulatur ist das Hauptproblem von Klaus. Das führt dazu, dass er nicht stabil auf seinem linken Bein stehen kann und somit das Gehen erschwert und unsicher ist. Aus diesem Grund lag der Fokus der Therapie vor allem darauf, sein linkes Bein und seine Gesäßmuskulatur zu kräftigen. Beides ist für die Stehkraft und das Gleichgewicht während des Gehens sehr wichtig. Dazu wurden einerseits funktionelle Übungen gemacht und andererseits mit unseren computer- und robotikgestützten Therapiegeräten trainiert.


Gleichgewicht und Stabilisation während des Gehens wurde mit der Gleichgewichtsplatte „Tymo“ und einer MFT-Platte trainiert. Das Therapiegerät „Tymo“ ist eine tragbare Balance-Plattform mit eingebauten Sensoren, die Körperschwankungen bei der Haltungs- und Gleichgewichtsregulation messen kann. Mit Tymo wurde das Gleichgewicht geübt und die Wahrnehmung der Gewichtsübername auf das betroffene linke Bein geschult und die Beine gekräftigt.
Das wird auch besonders mit der MFT-Platte trainiert. Die MFT-Platte ist instabil, wodurch es für Klaus höchst herausfordernd ist, darauf zu stehen und Übungen, wie Gewichtsverlagerungen nach vorne und hinten oder von links nach rechts zu machen. Von Mal zu Mal konnte er besser auf der Platte stehen und auch teilweise seine Hände kurz lösen und freistehen.
„Der Gangtrainer war am Anfang gewöhnungsbedürftig für mich, aber es geht immer besser, muss ich sagen. Es haben sich auch Fortschritte gezeigt – das Gehen wurde kontinuierlich besser.“


Alles Erlernte an den Geräten muss auch in den Alltag übertragen werden. Zum täglichen Training gehörte es z.B. mit Nordic Walking Stöcken zu gehen. Dabei musste die Physiotherapeutin zu Beginn der Therapie noch das Becken von Klaus stabilisieren, jedoch am Ende nur mehr in seltenen Fällen, wenn er beispielweise das Gleichgewicht verlor. Auch die Aufrichtung während des Gehens konnte Klaus besser umsetzen und die Stabilität des betroffenen Beines verbessern.
Messbare Erfolge
Um objektiv bewerten zu können, ob unsere Patienten Fortschritte machen, führen wir jedes Mal eine genaue Anfangsuntersuchung durch. Die Tests dieser Untersuchung werden während und am Ende des Therapieblocks wiederholt, damit wir ein optimales Training gewährleisten können.



3x Sit to Stand ohne Festhalten
= 3 Mal von sitzender Position aufstehen
Zu Beginn der Therapie benötigte Klaus 31 Sekunden, am Ende nur mehr 13 Sekunden. Diese Messungen zeigen, dass sich Gleichgewicht und Beinkraft verbessert haben. Die deutliche Verbesserung der dazu benötigten Zeit spricht eindeutig dafür.

6-Minuten-Gehtest

Beim 6-Minuten-Gehtest geht es darum, in einer Zeit von 6 Minuten in Begleitung und überwacht durch eine/n Physiotherapeut:in so weit wie möglich zu gehen.
Der Test wurde mit einer Physiotherapeutin und 2 Nordic Walking Stöcken durchgeführt. Zu Beginn der Therapie musste die Physiotherapeutin bei jedem Schritt mithelfen. Das Ergebnis waren 35 Meter.
Am Ende der Therapie konnte Klaus ohne Hilfe mit Nordic-Walking Stöcken 30 Meter gehen. Die Physiotherapeutin musste nur zwei Mal kurz helfen, als er aus dem Gleichgewicht kam.
Es heißt dranbleiben
Für Klaus war die Intensivtherapie ein Erfolg. Vergleicht man den Anfang und das Ende der Therapie, wird deutlich, dass Klaus schon viel weniger Unterstützung während des Gehens benötigt. Außerdem hat sich die Aufrichtung des Rumpfes und seine Stabilität während des Gehens verbessert.
„Vor der Intensivtherapie hatte ich schlaflose Nächte, ob ich das wohl schaffen werde. Weil ich bin, jetzt im Februar 69 gewesen und es ist nicht wie bei 35-Jährigen. Ich war schon nervös. Die erste Woche war sehr anstrengend, aber der letzte Tag hat dann gezeigt, dass mehr Übung, mehr Erfolg bringt“, berichtet Klaus nach seiner Intensivtherapie.
Klaus kommt seinem Ziel, die Selbständigkeit während des Gehens zu erhöhen und langfristig ganz ohne Hilfsperson zu gehen, immer näher. Jetzt heißt es aber dranbleiben! Nicht nur in der wöchentlichen Bewegungstherapie in unserem Therapiezentrum, sondern auch zu Hause.
Denn so wie Klaus selbst sagt:
„Umso mehr man trainiert, umso mehr Erfolg hat man. Man muss halt durchbeißen, um seine Ziele zu erreichen“.


