

Der 35-jährige Markus war gerade beim Rasenmähen als er vergangenes Jahr im August plötzlich stürzte. Er wollte nach Hilfe rufen und aufstehen, aber die Worte wollten nicht aus seinem Mund und er konnte sein rechtes Bein und seine rechte Hand nicht mehr bewegen. Mit dem Rettungshubschrauber wurde er ins nächste Krankenhaus geflogen. Dort wurde ein Schlaganfall mit einer spastischen armbetonten Halbseitenlähmung und einer starken Sprachstörung (=Aphasie) festgestellt.


„Ich habe Kinder, das motiviert und ich … stecke das Ziel immer weiter, weiter, weiter,“ erzählt Markus.
Motiviert durch die Fortschritte, machte er zwei Wochen Pause und absolvierte gleich eine zweite Intensivtherapie. Das Ziel der zweiten Intensivtherapie war es, den rechten Arm für das Gehen mit Schistöcken einsetzen zu können, damit er wieder Skitouren gehen kann. Seine Finger besser öffnen zu können war das weitere große Ziel der zweiten Intensivtherapie.

Um sein Ziel erreichen zu können, war es notwendig einen großen Fokus auf die Kräftigung des gesamten rechten Armes zu legen. Die Herausforderung für Markus war es den Schistock ohne Widerstand durch die Spastik im Arm zu führen und ohne, dass der Rumpf bei der Bewegung mit nach vorne geht. Gerade wenn der Tonus (Spannungszustand in den Muskeln) durch die Spastik hoch ist, ist es schwer den Arm ohne Widerstand zu bewegen, was aber für das Nachvornebringen eines Stockes notwendig ist. Aus diesem Grund kräftigte Markus vor allem die Streckmuskulatur und die Hebemuskulatur des Armes (die Muskulatur, die den Arm streckt und hebt). Das wurde in diversen Stützaktivitäten, funktionellen Übungen und am TRX-Band trainiert.
Die Kombination macht den Unterschied


Während der insgesamt vier-wöchigen Intensivtherapie wurden verschiedenste Therapiegeräte genutzt. Die Kombination der unterschiedlichen Geräte und Übungen bieten die besten Bedingungen für Verbesserung.
Mit dem Hand-Arm-Schulter Therapiegerät Pablo, der mit unterschiedlichen Lagesensoren ausgestattet ist, kann eine Vielzahl an Übungen gemacht werden. Die Sensoren können an Objekten (Leiter, Therapie-Reifen) oder am Körper angebracht werden. Die Armstreckung konnte so in diversen Übungssettings trainiert werden, indem z.B. die Leiter oder der Reifen nach vorne oder hinten bewegt werden müssen. In Kombination mit computergestützten Therapiespielen machen die verschiedenen Übungen gleich doppelt so viel Spaß.


Um das Fingeröffnen zu trainieren und die Spastik zu reduzieren wurde unter anderem mit unserem Finger-Hand-Therapiegerät Amadeo geübt. Amadeo ermöglicht eine passive, assistive und aktive Therapie für einzelne Finger und Daumen. Durch Vibration und automatisierte individuell angepasste Bewegungen arbeitet Amadeo einerseits gezielt an der Verbesserung der Tiefensensibilität (Empfindung von Lage, Haltung und Bewegungen des Körpers im Raum) und andererseits durch das Lockern und Entspannen der Finger an der Beweglichkeit der Finger, sowie das isolierte Bewegen der einzelnen Finger. Durch die Einstellung Kraftsteuerung kann man auch lernen die Beugung der Finger richtig zu dosieren. Das ist für den Alltag sehr wichtig, da man z.B. beim Verwenden eines Duschgels nur eine gewisse „Portion“ herausdrücken möchte.

Multitasking Training
Markus hat auch Schwierigkeiten mit der Sprache. Besonders fällt es ihm schwer zu sprechen, während er eine körperliche Aktivität durchführt. Um das zu verbessern, haben wir Multitasking während der Intensivtherapie speziell geübt. Von seiner Logopädin bekam er bestimmte Übungen, die während dem Training umgesetzt werden können. Markus ging z.B. in hoher Geschwindigkeit auf unserem Gangtrainer „Lyra“ und übte währenddessen das Sprechen. Das Multitasking Training hat sich gelohnt: Markus hat gelernt während dem Spazierengehen und während des Autofahrens zu sprechen oder auch zu telefonieren. Ein toller Erfolg für Markus!

Die nächste Schitour kann kommen
Die Intensivtherapien waren für Markus ein großer Erfolg. Seine Motivation sich immer weiter zu verbessern hat dabei den Unterschied gemacht. Nach der zweiten Intensivwoche kann Markus nun einen Schistock verwenden. Dazu ist nur mehr eine kleine Kompensation im Rumpf nötig, indem er sich leicht nach vorne beugt.


